0546/25 Einsatzqualität und Alarmierungsmanagement

Drucksache 0546/25; Anfrage nach § 9 Abs. 2 GeschO; Einsatzqualität und Alarmierungsmanagement; öffentlich

Sehr geehrter Herr Töpfer,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:

1. Inwiefern stimmen die durch die Leitstelle Erfurt übermittelten Alarmierungsstichworte mit der tatsächlich vorgefundenen Einsatzlage überein, wie oft weicht die Alarmierung signifikant von der Realität ab und kann ausgeschlossen werden, dass dies zu einer Gefährdung oder Schädigung von Patienten führt?

Hierzu werden keine Daten erfasst. Eine Auswertung kann demnach nicht erstellt werden. Es gibt lediglich in Teilen eine fernmündliche Rückmeldung durch die Besatzung der Rettungsmittel.

Bei Einsätzen, welche eine signifikante Abweichung haben, ist regelhaft davon auszugehen, dass das geschilderte Notfallgeschehen – teils bewusst – dramatisiert wurde und die vorgefundene Lage unkritisch erscheint.

Eine Gefährdung oder eine Schädigung des Patienten kann nie zu 100 % ausgeschlossen werden, erscheint jedoch sehr unwahrscheinlich, da im Zweifelsfall zum Wohl des Patienten entschieden wird.

2. Werden die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen in der Notfallrettung in Erfurt eingehalten, wie variieren die durchschnittlichen Hilfszeiten zwischen den verschiedenen Leistungserbringern – differenziert nach Monat, Leistungserbringer sowie den einzelnen Wachen im Stadtgebiet –, und wie oft greifen die Leitstellendisponenten aktiv in die Disposition ein, indem sie vom Vorschlag des Leitstellensystems abweichen oder zusätzliche Einsatzmittel ohne Änderung des Alarmierungsstichworts beziehungsweise ohne NEF-Nachforderung manuell hinzufügen?

Die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen werden in allen drei Rettungswachen eingehalten. Eine Differenzierung nach Leistungserbringern erfolgt nicht. Die Auswertung wird jährlich durchgeführt, sodass eine monatliche Differenzierung separat durchgeführt werden müsste, was wegen fehlender personeller Ressourcen z. Z. nicht erfolgen kann.

Eine Auswertung der manuellen Eingriffe mit Bezug zu den systemgenerierten Einsatzmittelvorschlägen könnte nur mit extrem hohem Aufwand realisiert werden und wird daher auch künftig nicht erfolgen.

3. Wie häufig wurden Rettungsmittel in Erfurt im vergangenen Jahr während der Nachtstunden alarmiert – aufgeschlüsselt nach Monat, Leistungserbringer sowie der Anzahl von Notfalleinsätzen und Krankentransporten –, wie viele Einsätze entfielen auf Einsatznummern mit bestimmten Endungen (xxxxxxxx – 2 | xxxxxxxx – 4 | xxxxxxxx – 5 | xxxxxxxx – 6) und wie oft wurden Notfall-Einsätze von Rettungsmitteln abgelehnt und anderen Fahrzeugen zugeteilt?

Der erste Teil der Anfrage würde eine komplexe Datenaufbereitung erfordern und kann wegen fehlender personeller Ressourcen z. Z. nicht erfolgen.

Da das Suffix nicht Bestandteil der Einsatznummer des Einsatzleitsystems ist und erst in der Schnittstelle zur mobilelektronischen Datenerfassung erzeugt wird, bestünde erheblicher Aufwand in der Recherche, welcher z. Z. wegen fehlender personeller Ressourcen nicht geleistet werden kann.

Eine Statistik über das Ablehnen von Einsätzen durch Rettungsmittel existiert nicht und wird wegen des fehlenden Mehrwerts auch künftig nicht geführt. Allgemein lässt sich jedoch einschätzen, dass dieses Verhalten die Ausnahme darstellt.

Mit freundlichen Grüßen
A. Horn

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