Drucksache 1770/20; Anfrage nach § 9 Abs. 2 GeschO, Maßnahmen zum Schutz des Paradiesbaumes am Petersberg vor Vandalismus und Diebstahl, öffentlich
Sehr geehrter Herr Schlösser,
Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt:
1. Wie gedenkt die Stadt Erfurt das Kunstwerk sowie die daran befestigten Kupferblätter während der Dauer seines Bestehens am Petersberg gegen Vandalismus und Diebstahl zu schützen?
Der Paradiesbaum ist Kunst im öffentlichen Raum und muss sich zuerst durch seine Aussagekraft und Wirkmächtigkeit selbst schützen; damit wurden gute Erfahrungen gemacht. Die ACHAVA Ausstellung DIE ZEUGEN (22 großformatige Fotos von Buchenwaldüberlebenden) stehen seit 1,5 Jahren unbeschädigt im Stadtraum Weimars. Der Paradiesbaum wurde den Erfurterinnen und Erfurtern durch die Künstler und ACHAVA geschenkt. Jetzt gilt es, dass auch sie auf ihren Paradiesbaum aufpassen und ihn schützen. Wenn dieser Standort zum Ruhe- und Pilgerort wird, dann kann der Paradiesbaum unter dem Schutz der Öffentlichkeit unbeschadet bleiben.
Die Polizei bestreift den Erfurter Paradiesbaum regelmäßig und dafür gilt unser Dank! Darüber hinaus wird der Erfurter Paradiesbaum zukünftig in der Nacht durch Bodenstrahler angestrahlt und es wird geprüft, ob eine Kameraüberwachung möglich ist. Des Weiteren wird die Grünfläche um den Baum intensiv bepflanzt und ist somit nicht ohne weiteres zu betreten.
Zwischen der Landeshauptstadt Erfurt und dem Achava e. V. wurde eine schriftliche Vereinbarung getroffen, in der u. a. geregelt ist, dass für Schäden am Objekt der Nutzer (Achava e. V) haftet. Eine Haftpflichtversicherung wurde vom Nutzer abgeschlossen und liegt ebenfalls vor.
Auch ist eine Evaluierung der Eignung des Aufstellortes, innerhalb eines Jahres, Inhalt der Vereinbarung. Sollte eine Verlagerung angezeigt sein (z. B. Vandalismus, öffentliche Sicherheit…) werden sich die Vertragspartner über eine andere geeignete und angemessene Fläche auf dem Petersberg verständigen. Die Evaluierung soll bei Notwendigkeit wiederholt werden.
2. In welcher Höhe wird der Erlös aus dem Verkauf der Kupferblätter an welches konkretes Waldprojekt vergeben und an wen geht der verbleibende Erlös?
Aktuell wurden bereits über 2.000 Blätter verkauft und es müssen noch weitere 3.500 Blätter verkauft werden, um das Projekt zu finanzieren.
Der Verkauf der Blätter wird auch über die Buga hinaus weiter gehen. Aber erst, wenn die genannte Blattanzahl verkauft werden konnte und damit das Projekt refinanziert ist, kann ein Teil des Verkaufserlöses einem Wald-Projekt in Erfurt oder der Region zur Verfügung gestellt werden. Das Wald-Projekt soll im Laufe des Jahres 2021 benannt werden.
Mit freundlichen Grüßen
A. Bausewein